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Herzlich willkommen auf den Internetseiten des Instituts für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig.

Leitung:

Prof. Dr. Frank M. Lütze

Religionspädagogik in Leipzig

Was meint "Religionspädagogik"?

Religionspädagogik reflektiert religiöses Lernen und Lehren – im Religionsunterricht, aber auch in Angeboten der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit sowie in Familien und Medien.
Künftige Lehrer/-innen und Pfarrer/-innen lernen im religionspädagogischen Studium, religiöses Lernen an konkreten Beispielen wahrzunehmen, zu analysieren sowie Kriterien für einen theologisch wie pädagogisch verantwortbaren Unterricht zu entwickeln.
Das Leipziger Institut ist in Forschung und Lehre auf eine praxisnahe Theoriebildung ausgerichtet. 

Aktuelle Forschung und Lehre am Institut

Seit 2013 wird das Institut von Prof. Dr. Frank M. Lütze geleitet. Ein Forschungsschwerpunkt am Institut liegt auf religiösen Bildungsangeboten für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Eigene Projekte fragen nach religiöser Bildung im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und
Religion im Jugendbuch. Weitere Projekte beschäftigen sich Interreligiösem Lernen sowie der Konfessionalität des RU in einem weitreichend konfessionslosen Kontext sowie

Die Forschungsschwerpunkte fließen in das Lehrangebot mit ein. Pflichtveranstaltungen im Bereich der Lehramtsmodule finden, soweit möglich, als Wahlpflichtangebote statt, um eine Schwerpunktbildung nach eigenen Interessen zu ermöglichen. Blockseminare sowie die alle zwei Jahre angebotene Leipzig Jerusalem Summer School ergänzen das Lehrangebot.

 

Der Leipziger Religionslehrertag findet jährlich am Freitag nach dem Buß- und Bettag statt. Im Jahr 2017 widmet er sich dem Thema Mission & Religionsunterricht.

Rückblick auf den 15. Leipziger Religionslehrertag

Am 24.11.2017 fand der 15. Leipziger Religionslehrertag statt. Mehr als 200 Lehrkräfte aus ganz Sachsen nutzen die Gelegenheit, über das Thema Mission als klassisches Lehrplanthema in der Sekundarstufe I sowie über Mission mögliche bzw. nicht mögliche Dimension des Religionsunterrichts miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Tag fand in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig statt. Nach dem Gottesdienst unter Leitung von OLKR Burkhard Pilz und Frau Gabriele Mendt vom Dezernat Bildung der ELKKS gab der Direktor des Missionswerks, Pfarrer Ravinder Salooja, in seinem eröffnenden Vortrag einen präzisen Einblick, in welchem Sinne gegenwärtig sinnvoll von „Mission“ gesprochen werden kann. (Klicken Sie hier, um den Vortrag nachzulesen)

Während der Mittagspause in der Wandelhalle des Leipziger Rathauses boten zahlreiche Verbände und Institutionen Informationen und Materialien zum Thema Mission an. Anschließend bestand Gelegenheit, in einem Workshop einen Aspekt weiter zu vertiefen oder aber unterrichtspraktische Impulse mitzunehmen. Geboten wurde von einer Einführung in die Ausstellung des Leipziger Missionshauses über Modelle einer aktiven Elternarbeit in Grundschulen bis hin zu missionarischem Christentum im Spiegel aktueller Jugendromane ein breites Spektrum interessanter Themen.

Nachmittags stand dann die Frage, ob der Religionsunterricht selbst in irgendeiner Weise missionarisch sein dürfe, im Zentrum einer engagierten Podiumsdiskussion. Zwar bestand Einigkeit zwischen den Diskutanten (Beate Damm, Sylvia Hügel, Falk Klemm, Dr. Cornelia von Ruthendorf-Przewoski und Dr. David Toaspern) darin, dass Religionslehrerinnen und -lehrer im Unterricht ihren Glauben zur Sprache bringen können, aber niemandem aufnötigen dürften. In der Diskussion wurde dann aber schnell deutlich, dass die Vorstellungen divergieren, an welchem Punkt eine Äußerung persönlicher Überzeugungen die Glaubensfreiheit der Schülerinnen und Schüler einschränkt oder den Rahmen eines allgemeinbildenden Schulfaches überschreitet. Hier zeigt sich, dass es einer hohen Sensibilität für den Lernort Schule bedarf, der sich signifikant vom Lernort Gemeinde unterscheidet.
 
Der nächste Religionslehrertag findet am 23.11.2018 zum Thema „Religionsunterricht und Naturwissenschaft“. Die Ausschreibung finden Sie ab Sommer 2018 hier.

Ein Rückblick in Bildern

Gemeinsam leben lernen: LER – und was man daraus lernen kann

Im Rahmen eines Oberseminars zu Religiöser Bildung im konfessionslosen Kontext (Prof. Domsgen, Halle / Prof. Lütze, Leipzig) stand am 7.11.2017 die Beschäftigung mit dem Brandenburger Schulfach „Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde“ auf dem Plan. Dazu waren die frühere Bildungsministerin des Landes Brandenburg, Marianne Birthler, sowie die langjährige Fachdidaktikerin für LER, Dr. Eva-Maria Kenngott, zu Gast an der Universität Leipzig.

Frau Birthler, die als Bürgerrechtlerin und seit Oktober 1990 als Brandenburger Bildungsministerin führend an der Entwicklung und schulpolitischen Umsetzung des Faches „Lebensgestaltung – Ethik – Religion(skunde)“ beteiligt war, gab einen lebendigen Einblick in die Entstehungsphase des Faches und den aus der Rückschau als tragisch zu bezeichnenden Konflikt mit den Kirchen, der bis zur Gegenwart eine produktive Zusammenarbeit im Blick auf LER erschwert.

Frau Dr. Kenngott, von 1996 bis 2012 an der Ausbildung von LER-Lehrkräften in Potsdam beteiligt, diskutierte anschließend mit den Teilnehmer*innen des Oberseminars die konzeptionellen Grundlagen von LER und die darin angelegte Verschränkung unterschiedlicher Perspektiven. Ein besonderes Augenmerk galt der diffizilen Frage, wie im Rahmen eines nichtkonfessionellen Faches religiöse Praxis in den Blick genommen werden kann.

Wer nach religiöser Bildung in einem mehrheitlich konfessionslosen Kontext fragt, kann – so das Fazit – aus der Beschäftigung mit LER in mehrfacher Hinsicht profitieren: Im Blick auf die Wahrnehmung des Lernkontexts, im Blick auf die Verhältnisbestimmung von Religions- und Ethikunterricht sowie im Blick auf die inhaltliche Profilierung eines konfessionellen Religionsunterrichts. Nicht zuletzt erinnert das Brandenburger Modell die Religionsdidaktik an die Spannung zwischen dem Postulat, Religion sei genuiner Teil der Allgemeinbildung, und der faktisch weitgehenden Beschränkung auf den konfessionellen Religionsunterricht. Die religionsbezogene Bildung jener Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, kann aber weder der Religionsdidaktik noch den Religionsgemeinschaften gleichgültig sein.

Fachgespräch „Religious Education in Post-Socialist Cultures“

Vom 2.-4.11.2017 fand am Institut für Religionspädagogik ein Fachgespräch zu Religious Education in Post-Socialist Cultures mit religionspädagogischen Gesprächspartnern aus der tschechischen Republik statt. In einem öffentlichen Vortrag stellte die in Tschechien bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Klara Smolíková ein Jugendbuch über Johannes Hus vor. Im Zentrum des Fachgesprächs, zu dem auch ein Besuch im Ev. Schulzentrum gehörte, stand der Austausch über gemeinsame Aufgaben und Herausforderungen für religiöse Bildung in einem mehrheitlich konfessionslosen Kontext. Dabei wurde deutlich, dass dieser Kontext bei genauerem Hinsehen durchaus Unterschiede aufweist: So spielen etwa individuell-religiöse Ansätze in der Tschechischen Republik eine deutlich größere Rolle als in Ostdeutschland. Angesichts der Herausforderungen ist es bedauerlich, dass es nach Auskunft der Gesprächsteilnehmer*innen nur wenige Strukturen zur Begleitung und Entwicklung einer tschechischen Religionspädagogik gibt; insbesondere aufseiten der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder bleibt die Wahrnehmung religionspädagogischer Aufgaben dem Engagement einzelner Pfarrer*innen überlassen.

Das Gespräch soll fortgesetzt werden.

Geschichte des Instituts

Das Institut für Religionspädagogik wurde 1992 gegründet, zeitgleich mit der Wiedereinführung des Religionsunterrichts an den Schulen im Freistaat Sachsen, und bis zur Emeritierung im Jahr 2008 von Prof. Dr. Helmut Hanisch † geleitet. Von 2008 bis 2013 hatte PD Dr. Christoph Gramzow die Leitung des Instituts inne.

 

Die Geschichte des Instituts in den ersten Jahren steht in engem Zusammenhang mit dem Aufbau des Faches. Neben die Ausbildung von Lehramts- und Pfarramtsstudierenden sowie Weiterbildungsangebote für angestellte Lehrkräfte traten zahlreiche empirische Studien, um Bedingungsgefüge und Realität des Evangelischen Religionsunterrichts im Freistaat Sachsen wissenschaftlich zu erfassen. Wichtige Befunde sind zusammengefasst in dem Band „Religionsunterricht im Freistaat Sachsen“ , den Hanisch und Gramzow 2012 veröffentlichten. Erstmals 2002 wurde vom Institut in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens der „Leipziger Religionslehrertag“ organisiert. 

letzte Änderung: 09.01.2018

Kontaktinformation

Institut für Religionspädagogik
Martin-Luther-Ring 3
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35400
Telefax: +49 341 97-35499
E-Mail

Hinweis zu Schulpraktischen Studien

Merkblatt SPÜ II/III

Merkblatt SPS IV/V