15. Leipziger Religionslehrertag

Anmeldung

Um sich zum Religionslehrertag anzumelden, klicken Sie bitte hier (Sie werden auf eine externe Seite umgeleitet)

Programmablauf

15. Leipziger Religionslehrertag - Mission & Religionsunterricht

9:30 Uhr Gottesdienst in der Nikolaikirche

11:00 Uhr Auftakt im Sitzungssaal des Neuen Rathauses (Begrüßung – Einführung)
Martin-Luther-Ring 4-6

11:15 Uhr Impulsvortrag: Was heißt denn hier Mission?
Ravinder Salooja, Direktor des Ev.-Luth. Missionswerks Leipzig

12:15 Uhr Mittagspause mit Imbissangebot

13:15 – 14:15 Uhr Workshopangebote (s.u.)

14:15 Kaffeepause

14:45 – 15:30 Missionarischer Religionsunterricht?!? Podiumsdiskussion im Sitzungssaal
Beate Damm – Sylvia Hügel – Falk Klemm – Cornelia von Ruthendorf-Przewoski – David Toaspern
Moderation: Frank M. Lütze

15:30 Uhr Abschluss und Reisesegen

Workshopangebote

WS 1: „Mission: Um Gottes willen!“

„Mission: Um Gottes willen!“. Die Dauerausstellung im Leipziger Missionshaus als didaktisches Angebot für den Unterricht
Antje Lanzendorf und Uta Gerhardt

Die Dauerausstellung im Leipziger Missionswerk wurde eigens für eine jugendliche Zielgruppe konzipiert. Ausgewählte Exponate und teils fotorealistische, teils comic-hafte Wandzeichnungen konzentrieren sich auf Kernfragen der Missionsarbeit. Im Workshop werden die verschiedenen Anknüpfungspunkte zu den sächsischen Lehrplänen vorgestellt sowie vorhandene Lehrmaterialien und Methoden ausprobiert.

WS 2: „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“

„Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Ein ökumenisches Dokument, mit dem es sich gut im Unterricht arbeiten lässt
Ravinder Salooja

1500 Worte! So kurz ist das ökumenische Dokument „Das christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ von 2011. Außerdem gibt es aufgrund des Rezeptionsprozesses in Deutschland bereits kostenlos (!) erhältliches Material für die didaktische Arbeit. Zwei Gründe, weshalb sich das Dokument mit dem Kurztitel „Mission Respekt“ gut im Unterricht einsetzen lässt. Drittens erleichtert der thesenartige Aufbau die Erfassung des Inhalts – und last not least greift der Inhalt die aktuelle Frage auf, wie die Balance zwischen eigener religiöser Identität und multireligiösem Kontext gehalten werden kann.

WS 3: Mission und Evangelisation

Mission und Evangelisation – Rückgrat der Kirche in Tansania
Jackson Mwakibasi

„Da wurde die Gemeinde im Glauben gefestigt und nahmen täglich zu an Zahl.“ (Apostelgeschichte 16,5). In ihrer Geschichte hat die Evangelisch Lutherischen Kirche in Tansania erlebt, dass „Mission und Evangelisation“ ein Rückgrat des Wachstums der Kirche sind. So ist sie heute mit 6,5 Millionen Mitgliedern eine der größten Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes. Welche Rolle spielen Mission und Evangelisation heute? Wie wächst die Kirche heute?

WS 4: Umgang mit Kulturen

Umgang mit Kulturen: Impulse für interkulturelles Kennen-Lernen
Susann Küster-Karugia

Die Begegnung mit Menschen aus verschiedenen Lebensrealitäten kann sehr bereichernd sein. Und doch scheint es oft ein Kraftakt zu sein. Wie lernen wir uns denn kennen, wenn wir nicht die gleiche Sprache teilen und Symbole oder Körpersprache(n) ganz unterschiedliche Bedeutung tragen? Der Workshop soll zur Begegnung ermutigen und Methoden aufzeigen, wie Integration gelingen kann.

WS 5: Mission – eine Haltung der Anschlussfähigkeit?

WS 5: Mission – eine Haltung der Anschlussfähigkeit? Zur Erziehungspartnerschaft in der Grundschule
Sieglinde Spuller

„Der evangelische Religionsunterricht steht allen Schülerinnen und Schülern offen. Solange die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Inhalte des Unterrichts evangelisch sind.“
(8. These des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland 2006/ Hervorhebung Si.Sp)
Wie ist es möglich, dieses inklusive Bildungsangebot  im schulischen Kontext wirklich einzulösen? Welche Rolle spielen dabei die einzelnen Akteure, insbesondere die jeweiligen Familien? Ganz konkrete Beispiele aus aktueller Praxis (z.B. Elternabende, Feste, Kooperationen ect.) sollen mögliche Perspektiven am Lernort Grundschule reflektieren.

WS 6: Sensibilisierung für Stille und Meditation in der Grundschule

Sensibilisierung für Stille und Meditation in der Grundschule
Annemarie Bahnert

Beschreibung folgt.

WS 7: Aspekte christlicher Mission kennen und beurteilen können

Aspekte christlicher Mission kennen und beurteilen können
Johanna Fabel

Was kann Jugendliche motivieren, sich mit Mission zu beschäftigen? Wie kann eine Unterrichtseinheit aufgebaut sein? Welche Unterrichtsbausteine haben sich bewährt? Der Workshop bietet konkrete Ideen und Bausteine für den Religionsunterricht der 10. Klasse (Gym, LB 4) und die Gelegenheit zum Austausch.

WS 8: Tansania aus der Box.

Tansania aus der Box. Der Materialkoffer „Tansania“ im religionspädagogischen Kontext
Gerhard Richter

Beschreibung folgt.

WS 9: Mission im Spiegel aktueller Jugendromane

Mission im Spiegel aktueller Jugendromane
Katharina Kraus

„Hast gedacht, die Bibelheinis interessieren sich für dich. Aber gib´s zu: Denen geht es nicht um dich, nicht ums arme, kleine Würstchen Kondor. Nein, die wollen, dass sie sich selbst gut fühlen, weil sie dich bekehren oder so ein Quatsch. Doch da haben sie eine harte Nuss erwischt, wie?“ (N. Mohl, Stadtrandritter)

Die jugendlichen Protagonistinnen und Protagonisten aktueller Jugendromane stellen sich Fragen nach der eigenen Religiosität und der Religion der anderen in undogmatischer aber ernsthafter Weise. Mission im Sinne eines Glaubendmachens wird von ihnen nicht akzeptiert.
Der Workshop macht mit Positionen zu Religiosität innerhalb aktueller, nicht explizit christlicher Jugendromane vertraut. Gemeinsam gehen wir anhand ausgewählter Textbeispiele auf Spurensuche nach Darstellungsformen missionarischer Figuren und Haltungen der jugendlichen Charaktere. Abschließend fragen wir, wie die Identifikationsangebote, die Jugendliteratur bietet, gewinnbringend für den Religionsunterricht genutzt werden können.

WS 10: Mit 18 Jahren nach Afrika...

Mit 18 Jahren nach Afrika... Warum junge Menschen in die Mission gehen - und was man von ihnen lernen kann
Johannes Schimming

Zum Thema Mission und Missionaren haben Lehrkräfte wie Schüler*innen oft idealisierte oder stereotypisierte Bilder vor Augen. Diese Bilder können eine inhaltliche Auseinandersetzung überlagern und eine „Bewertung von Mission in Geschichte und Gegenwart“ (vgl. Lehrplan) verzerren. Im Praxisimpuls soll zunächst Hans Mendls religionsdidaktischer Ansatz vorgestellt werden, dass Schüler*innen leichter eine eigene Position entwickeln können, wenn sie diese in Auseinandersetzung mit konkreten Vorbildern entwerfen. Aus diesen Überlegungen sind diverse Unterrichtsmaterialien hervorgegangen, die von „gewöhnlichen“ Menschen erzählen, die „ungewöhnliche“ Dinge tun (wie z.B. sich mit 18 Jahren in missionarischen Projekten zu engagieren). Wir werden an verschiedenen Kurzbiographien arbeiten und Einsatzmöglichkeiten diskutieren.

WS 11: Gegenwärtige Monotheismus-Kritik und die Antwort der Mission

Gegenwärtige Monotheismus-Kritik und die Antwort der Mission
Dr. Hans-Georg Tannhäuser

Ausgehend von den Diskussionen um die Wirkungsgeschichte von Monotheismus (ausgelöst u.a. durch Assmann und Sloterdijk) möchte ich fragen, welche Antwort eine monotheistische Religion wie das Christentum auf die Monotheismus-Kritik hat und wie Christen, die in der Nachbarschaft von Gläubigen mit eher polytheistischem Hintergrund leben, auf diese Thematik reagieren. Hier kommen Erfahrungsbeispiele aus Indien (Hinduismus) und Papua-Neuguinea (Animismus) zum Tragen. Weiterhin ist zu fragen, wie innerhalb des Curriculums der Sekundarstufe II diese Thematik im Bereich der Gotteslehre zu behandeln wäre und welche Lernziele dabei im Vordergrund stehen sollten.

WS 12: Misch'n impossible?

Misch'n impossible? Mission und Diversität im Berufsschulreligionsunterricht
Roland Biewald

Die Schülerklientel im Berufsschulreligionsunterricht (BRU) ist von hoher Diversität geprägt: Einerseits durch die Vielzahl Ausbildungsberufe und andererseits durch die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler. Im westlichen Teil Deutschlands sind die Lerngruppen interkonfessionell, interkulturell und interreligiös und im östlichen Teil sind sie durch die Teilnahme vieler „Konfessionsloser“ geprägt. Diese wehren sich gegen jede Form von „Vereinnahmung“, worunter sie auch Mission rechnen. Welcher Missionsbegriff steht dahinter? Ist religiöse Bildung Mission? Welche Mission hat der BRU? Anhand von empirischen Studien und Unterrichtsbeispielen wollen wir diesen Fragen nachgehen.

 

 

NEU: WS 13: Erfolgreich gescheitert

Erfolgreich gescheitert: Die ersten Missionare der Dresdner/Leipziger Mission unter Aborigines in Südaustralien und die Bedeutung von Sprachen
Gerhard Rüdiger

Zwischen 1838 und 1846 zeichneten vier junge Missionare drei Sprachen von Aborigine-Gruppen in Südaustralien auf.  Zehn Jahre nach Gründung der Kolonie, 1836, waren die Aborigines im Grossraum Adelaide weitgehend vertrieben und ihre Sprache galten als ausgestorben.  Als Missionare waren die Vier gescheitert -- vielleicht zu ihrem damaligen Glück und späten Erfolg:  Denn als Missionslinguisten waren sie so erfolgreich, dass ihre Aufzeichnungen heute die Grundlage für die Wiederbelebung von ausgestorbenen Sprachen der Ureinwohner Australiens sind.
 
Der Religions- und Gemeindepädagoge (EKHN) Gerhard Rüdiger lebt und arbeitet seit 2006 in Australien.  Durch sein früheres berufliches Engagement zwischen Mission, Ökumene und Entwicklungspolitik konnte er mithelfen, die Verbindung wieder herzustellen zwischen den Nachfahren der damaligen Aborigines und in Südaustralien und der Missionare, ihrer Familien und Organisationen (z.B. LMW).

letzte Änderung: 20.09.2017