14. Leipziger Religionslehrertag

Programmablauf

14. Religionslehrertag 18.11.2016 - Islam im Religionsunterricht

 

9:30 Uhr Gottesdienst
in der Propsteikirche (Nonnenmühlgasse 2, gegenüber dem Neuen Rathaus)

11:00 Uhr Auftakt im Plenarsaal des Neuen Rathauses
Begrüßung und Grußworte
Martin-Luther-Ring 4-6

Anschließend Vorträge im o. g. Saal:

  • Islam im christlichen Religionsunterricht – Muslimische Perspektiven
    Dr. Tuba Isik
    , Universität Paderborn
  • Islam im christlichen Religionsunterricht! Response
    Prof. Dr. Frank M. Lütze
    , Universität Leipzig


12:30 Uhr Mittagspause
mit Imbissangebot

13:15 – 14:00 Uhr
Workshopphase I (s.u.)

14:00 – 14:30 Uhr
Kaffeepause

14:30 – 15:15
Workshophase II (s.u.)

15:30 Uhr
Abschluss und Reisesegen
Propsteikirche (Nonnenmühlgasse 2)

Workshops

In diesem Jahr gibt es zwei Workshopphasen. Alle Workshops (außer WS 1 und 2) haben einen Umfang von 45 Min. und werden zweimal hintereinander angeboten, so dass der Besuch von zwei verschiedenen Workshops möglich ist.

Erstmals wird zwischen Praxisimpulsen (1-8) für die konkrete Unterrichtsgestaltung und Seminaren (9-14) mit eher theoretischer (religionswissenschaftlicher bzw. theologischer) Ausrichtung unterschieden. Eine Beschreibungen der Workshops finden Sie unten bzw. durch Klick auf den Workshoptitel.

 

Praxisimpulse


Seminare

WS 1: Stereotype Darstellung des Islam wahrnehmen und im Unterricht bearbeiten

Stereotype Darstellungen des Islam wahrnehmen und im Unterricht bearbeiten
Elke Seiler

Stereotype Bilder zum Islam und zu Muslimen in Deutschland sind weit verbreitet. Eine Differenzierung dieser Vorurteile ist vor allem dort schwierig, wo sehr wenig Kontakt zu Muslimen besteht – so wie das in weiten Teilen Sachsens der Fall ist. Umso wichtiger ist die Reflexion und Analyse der Vorurteile gemeinsam mit den Schüler_innen.
Im Workshop können sich die TN zunächst in einer interaktiven Reflexionsübung verschiedener Assoziationen zu einzelnen Religionen vor Ort bewusst werden. Nach dem reflexiven Einstieg werden nichtstereotype Darstellungsmöglichkeiten des Islam erläutert und diskutiert.
 Hinweise auf Übungen für den Unterricht und didaktisches Material schließen den Workshop ab.

Der Workshop dauert 90 min und ist nicht mit anderen Angeboten kombinierbar!

WS 2: Besuch und Gespräch in einer Moschee in Leipzig

Besuch und Gespräch in einer Moschee in Leipzig
Tayyar Kocak

In den letzten Wochen und Monaten wird vermehrt über den Islam, die Muslime und deren Lebenspraktiken gesprochen. Oftmals wird dabei nicht mit Muslimen, sondern über Muslime geredet. Leider gehen im Zuge dieser Debatte viele Einschätzungen und Aussagen an der Realität muslimischen Lebens vorbei. Die fünfmaligen Gebete haben im Leben der Muslime einen wichtigen Stellenwert. Die Moscheeführung soll den Lehrerinnen und Lehrern die Gelegenheit geben sich selber einen Eindruck vom Gebetshaus und den religiösen Praktiken der Muslime zu verschaffen. Das anschließende Gespräch mit Muslimen soll Raum für Fragen und offenen Austausch bieten.

Besichtigt werden soll die DITIB-Moschee auf der Hermann-Liebmann-Str. 87 in Leipzig.

WS 3: Muslimische Schülerinnen/Schüler im ev. Religionsunterricht

Muslimische Schülerinnen/Schüler im ev. Religionsunterricht
Judith Krasselt

Der Workshop stellt Erfahrungen muslimischer Kinder und Jugendlicher vor, die den evangelischen Religionsunterricht besuchen oder besucht haben. Er thematisiert darüber hinaus Möglichkeiten des interreligiösen Lernens im Religionsunterricht.

WS 4: Ein Islam-Lapbook mit Schülern gestalten

Ein Islam-Lapbook mit Schülern gestalten
Doreen Blumhagen

Das Thema "Islam" eignet sich besonders gut für die selbstständige Gestaltung eines Lapbooks durch Ihre Schüler. Dies ist eine individuelle Entdeckermappe, in denen die Schüler ihre Arbeits- und Lernergebnisse in Minibüchern präsentieren und dokumentieren. Die Vorteile: Diese neue Arbeitsweise motiviert die Schüler bei der Erarbeitung der Inhalte und weckt besonders die Neugier bei den Lesenden der Ergebnisse, da diese nur durch aufklappen, drehen oder blättern sichtbar werden.
Dieser Workshop bietet Ihnen eine kurze Einführung zur Gestaltung eines Lapbooks im Unterricht am Beispiel des Islam. Sie erhalten theoretische Grundlagen und praktische Tipps zur Methode, notwendigen Materialien,  Vorgehensweise, Präsentation der Ergebnisse und Bewertungsmöglichkeiten.

WS 5: Ein kooperatives Islam-Projekt in der Grundschule

Ein kooperatives Islam-Projekt in der Grundschule
Mirjam Lehmann

Die Grundschul-Lehrpläne des Ethikunterrichts, des Katholischen und des Evangelischen Religionsunterrichts in Sachsen bieten in der 4. Klasse eine wunderbare Chance zur fächerübergreifenden Kooperation beim Thema „Islam“. Gemeinsam mit den jeweiligen Kolleginnen wurde vor vier Jahren in Dresden ein Islam-Projekt erarbeite, dass seit dem jährlich durchgeführt wurde. Im Rahmen des Workshops wird dieses Islam-Projekt in seiner Verortung in den Lehrplänen, in seinen Zielen und seinen Inhalten vorgestellt. Dabei fließen die bisherigen Erfahrungen in die Darstellung der Möglichkeiten und Grenzen solcher Projekte ein. Anschließend erarbeiten sich die Teilnehmer des Workshops einen eigenen Zugang zum Thema und erhalten eine Materialsammlung, die sich zur Umsetzung des Projekts in der eigenen Schulrealität eignet.

WS 6: Arabesken und Kalligrafie – ein Zugang zum Islam für jüngere Schüler

Arabesken und Kalligrafie – ein Zugang zum Islam für jüngere Schüler
Marika Bauerhin

Die religiöse Kunst des Islam hat sich von jeher darauf konzentriert, Gottes Wort zu loben. Die strenge Symmetrie geometrischer Ornamente gehört dabei genauso zum Erscheinungsbild des Islam wie die kunstvollen Schreibweisen der 99 Namen Gottes.
Gerade jüngeren Schülern kann im ästhetischen Kunstverständnis des Islam ein erlebbarer Zugang zu dieser Religion eröffnet werden, von dem sich viel über Kultur und Selbstverständnis der Muslime ableiten lässt.
In diesem Workshop nähern wir uns der zentralen Bedeutung von Schönheit und Kunst im Islam und erarbeiten an unterrichtspraktischen Vorschlägen, wie Grundschüler und Schüler der Orientierungsstufe dem Islam auf dieser Ebene begegnen können.

WS 7: Islam im Religionsunterricht: Impulse aus muslimischen Religionsbüchern

Islam im Religionsunterricht: Impulse aus muslimischen Religionsbüchern
David Seltmann

Wer Islam aus einer Innenperspektive erschließen will, aber keinen muslimischen Gesprächspartner zur Verfügung hat, findet dafür inzwischen auch in Religionsbüchern für den Islamischen Religionsunterricht in Deutschland reiches Material. Im Workshop werden exemplarisch Einheiten und Themen aus diesen Religionsbüchern vorgestellt und im gemeinsamen Gespräch im Blick auf ihre Verwendbarkeit im evangelischen Religionsunterricht untersucht.

WS 8: Der Koran im ev. Religionsunterricht

Der Koran im ev. Religionsunterricht
Alexander Dinter

In religionswissenschaftlicher Perspektive gehört der Islam zu den Schrift- oder Buchreligionen und zweifellos ist der Koran eines der inneren Zentren des Islam, dessen Kenntnis ein Verstehen des Islam bedingt. Aber wie kann der Koran im ev. Religionsunterricht thematisiert werden? Zweifellos kann das immer nur als versuchte Annäherung geschehen, mit dem Ziel neben das Erkennen auch das Staunen zu stellen, ganz im Sinne Goethes, der den Koran, „der Erdgebilde höchste(n) Schatz“, mit einer „Pfauenfeder“ verglich.

WS 9: Strömungen im gegenwärtigen Islam

Strömungen im gegenwärtigen Islam
Tom Bioly

Angesichts der Vielfalt der gegenwärtigen Strömungen im Islam stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch von „dem Islam“ sprechen kann. Es wäre in diesem Zusammenhang unangebracht, die verschiedenen Gemeinschaften lediglich am sunnitischen Mainstream zu messen. Vielmehr gilt es, ihre jeweiligen Ansprüche auf eine authentische Verwirklichung des Islams ernst zu nehmen. Vor diesem Hintergrund gibt der Vortrag einen Überblick über Sunna, Schia, Wahhabiyya und Ahmadiyya sowie ihr Verhältnis zueinander.

WS 10: Muslime in Sachsen

Muslime in Sachsen
Prof. Dr. Verena Klemm, Martin Zabel, Tarek El-Sourani

Das Thema Islam spielt derzeit eine große Rolle in Sachsen, ohne dass immer klar ist, über wen wir reden. Der Workshop gibt einen Überblick über gegenwärtiges muslimisches Leben im Freistaat Sachsen: Zahlen und regionale Verteilungen, Strömungen, Gemeinden und Gemeinschaften sowie aktuelle Herausforderungen.

WS 11: Der Prophet als Vorbild. Der Hadith und seine Bedeutung für Muslime

Der Prophet als Vorbild. Der Hadith und seine Bedeutung für Muslime
Dr. Andreas Christmann

Mit den Teilnehmern des Workshops erschließen wir uns die Grundlagen und die Bedeutung des Hadith (= außerkoranische Überlieferung von Taten und Worten des Propheten): Wir betrachten sowohl seine Rolle für die Koraninterpretation als auch für die Sunna des Propheten, die ja den Maßstab für das Handeln von Muslimen bzw. eine grundlegende Quelle für das islamische Recht darstellt. Wir werden uns ganz konkret die Komposition eines Hadith anschauen und betrachten, inwiefern er die Aussagen des Korans ergänzt bzw. präzisiert und wie auf dieser Basis eine Handlungsmaxime für muslimische Gläubige geformt wird.

WS 12: Begegnung: Auf einen Tee mit In Am Sayad Mahmod

Begegnung: Auf einen Tee mit In Am Sayad Mahmod
In Am Sayad Mahmood

In Am Sayyad Mahmood, gebürtig aus dem Irak, lebt seit vielen Jahren in Dresden. Der Workshop ist als gemeinsames Gespräch bei einer Tasse Tee angelegt und gibt Gelegenheit zu persönlicher Begegnung und lebendigem Austausch mit einer Muslima, die seit 15 Jahren im Ökumenischen Informationszentrum Dresden arbeitet und im christlich-muslimischen Dialog engagiert ist.

WS 13: Jesus im Koran

Jesus im Koran
PD Dr. Martin Sander-Gaiser

Im Koran gibt es in der Zeit vor Mohammed keinen Gesandten oder Propheten, der so wie Isa / Jesus herausgestellt  wird. Er ist der Messias, der Gesandte, der vor dem letzten Gericht wiederkommt. Ein Mensch, der vom heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren wurde. Isa/Jesus ist damit ein wichtiges Thema für die Verständigung von Muslimen und Christen.  Wir lernen die betreffende Überlieferung im Koran kennen und vergleichen sie mit der christlichen Überlieferung: Wo stimmen beide überein? Wo unterscheiden sie sich? Was bedeuten Gemeinsamkeiten und Unterschiede für das Gespräch von Muslimen mit Christen?

WS 14: Als Christ vom muslimischen Glauben lernen. Theologische Überlegungen

Als Christ vom muslimischen Glauben lernen. Theologische Überlegungen
Prof. Dr. Frank M. Lütze

In der Begegnung von Religionen spielen oft Wahrheitsfragen eine Rolle – etwa, welche Überzeugung tragfähiger, welche Sätze über Gott „angemessener“ oder welches menschliche Handeln richtiger sei. Das sind durchaus berechtigte Fragen. Doch gerät dabei leicht aus dem Blick, dass auch der eigene Glaube kein in sich geschlossenes System ist, sondern, wenn er lebendig sein soll, lernfähig bleiben muss. Dafür kann die Begegnung mit muslimischem Glauben – in seiner Nähe wie in seinem Abstand zum Christentum – ausgesprochen fruchtbare Impulse liefern. Der Workshop lädt dazu ein, ausgewählte Momente muslimischer Theologie als Denkanstöße für den eigenen – christlichen – Glauben aufzunehmen.

letzte Änderung: 24.10.2016